Testbericht: Fender American Precision Bass – Teil 3

So nun dritten und letzten Teil von Tooltimers großem Fender American Precision”-Review. Er kommt heute zum Ende, ich will nicht sagen endlich. Mal schaun wie sein persönliches Fazit ausfällt…


Sound:

Natürlich ist der Sound wie auch die Optik und selbst die Bespielbarkeit sehr subjektiv, dennoch glaube ich, nach dem Bespannen des Precis mit Daddario XL Chrome Flatwounds „meinen“ Sound gefunden zu haben.
Damit will ich nicht sagen, dass dieser Sound sehr extraordinär ist, sondern nur, dass er mir am besten gefällt und ich mit diesem Sound am liebsten Musik mache.
Viele Mojo-Fanatiker, die einen Fender Bass aus den 50ern, 60ern und 70ern besitzen, schreien beim Gedanken an einen Graphit-verstärkten Hals sicher förmlich auf, allerdings muss ich sagen, dass dieser seine eigentliche Aufgabe, die Stabilisierung, sehr gut erfüllt, sich allerdings höchstens im extremsten Nuancen-Bereich auf den Sound auswirkt.
Ich kann euch also beruhigen: Durch diese Graphit-Streifen wird der Precision Bass nicht zum 7-saitigen Modulus headless Bass mit 21 Band-Elektronik.


Ich finde er hat den druckvollen, leicht muffligen, tiefmittigen Sound, der sich als astreiner (nicht langweiliger) Precision-Sound identifizieren lässt. Jedoch macht der Bass bei angemessenem Equalizing auch in den Höhen und beim Slappen eine gute, homogene, wenns sein muss auch knallige Figur… der Slapsound ist jetzt nicht so messerscharf wie der eines Jazz Basses, sondern eben ein anderer, nicht weniger hörenswerter Slapsound!
Höhenblende und Volume-Poti erfüllen die Funktion weitestgehend, sind leichtgängig und kratzfrei! Ob man sie benutzt, muss jeder selbst entscheiden, manchmal jedoch ganz praktisch.
Der S-1 Switch ist eher mies, ein Drücken macht den Sound dünn und drahtig, nimmt ihm den Charakter und klingt gar nicht nach Jazz Bass, sondern eher nach kastriertem Precision! Wer also einen zusätzlichen Jazz Sound erwartet durch parallel-seriell Variation kann das getrost vergessen! Anstatt das Ding jetzt rauszuschmeißen beherrsch ich mich lieber und drücke einfach nicht drauf!

Preisleistungsverhältnis:

Auch wenn man bei Fender und allen amerikanischen Traditionsfirmen darüber streiten kann, ob und wie viel man für das Firmenlogo bezahlt, bereue ich es nicht, 1000 Euro ausgegeben zu haben, auch dann nicht, wenn ich das Preis-Leistungsverhältnis von Instrumenten aus den unteren Presissegmenten einzuschätzen versuche.
Und [Polemikmodus an:]
Hey, es ist ein Fender, was will man mehr!?
[Polemikmodus aus:]

Fazit:

Ich versuch es ausnahmsweise mal kurz zu halten:
1. Ich kann den Bass mit bestem Gewissen weiterempfehlen!
2. Verarbeitung wäre besser gegangen, ist aber doch zufrieden stellend!
3. Sound: Preci-typisch, lässt sich jedoch durch Technik und EQ stark variieren
4. Preis-Leistungsverhältnis: Nicht ideal, aber OK!
5. Bespielbarkeit: ziemlich ideal für meine Verhältnisse, für die meisten anderen wohl auch!
6. S-1 sinnlos! Ist fast ne Unverschämtheit, den ganzen Bass nach diesem schrottigen Gimmick zu benennen
Im Großen und Ganzen ist der Bass wie eine dicke Operndiva, die Allüren hat; wenn man jedoch die richtige Schokolade hat, um sie zu ködern, singt sie in den schönsten Tönen die es gibt!

Danke für die, die es bis hier hin geschafft haben!



Ich denke mal wir haben zu danken, für eine Blick in, auf und um Leo´s Bass-Legende. Kommentare wie immer willkommen!

So nun gleich mal weiter mit den Programmankündigungen. Nach den Osterfeiertage wird Sam etwas aus dem Nähkästchen pladdern. Es geht rund um die Idee und das Selbstverständnis von Bassic.ch, dem großen schweizer Bass-Forum. Also nicht verpassen!

7 Gedanken zu “Testbericht: Fender American Precision Bass – Teil 3”

  1. “dem großen schweizer Bass-Forum”

    würde behaupten: dem grössten deutschsprachigen Bass-Forum ;-) auch wenn das einige leider nicht so gerne hören. Aber bei weniger als 15% Mitgliedern aus der Schweiz kann man wohl nicht von “schweizer Bass-Forum” sprechen.

    Bis dann, frohe Ostern,
    Sam

  2. Hallo Tooltimer
    Ich wollte mir vor einigen Wochen genau diesen Bass kaufen;)
    Wie ich aber fender.com entnommen habe, wird der Precision in Butterscotch Blonde nicht mehr hergestellt… auch auf Soundland finde ich ihn nicht. Mache ich da was falsch?
    Oder weiss jemand mehr als ich? Vielleicht gibts ja noch einen Shop mit dem Precision BB..

    Grüsse
    Jigme

  3. @Tooltimer: hast du auf deiner Suche den Sandberg California PM4 auch angetestet? (den gibt’s übrigens noch in Butterscotch Blonde, der wohl coolsten Lackierung ever)
    Da wär ein A/B-Vergleich echt interessant.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s