Fender American Precision Bass Butterscotch Blonde – Teil 2

So hier der versprochen Teil Zwei des Fender-Reviews von Tolltimer :) Wer Teil Eins verpasst hat, sollte das fix nachholen! Viel Text aber es lohnt sich!


Verarbeitung, Qualität:

Alle Bestandteile sind sauber, schnurgerade und bombenfest angeschraubt. Der Lack sieht sehr schön aus, ist super gleichmäßig aufgetragen, nirgends sind Rotznasen oder gar Kratzer oder Abplatzer zu sehen. Ein paar Kratzer und Dongs sind mittlerweile drinnen und ich habe das Gefühl, dass der Lack nicht gerade unempfindlich zu sein scheint. Ich gehe wirklich pfleglich mit dem Bass um, dennoch sind Kratzer und Dongs nicht zu vermeiden. Jedoch sind auch die Maserungen der Hölzer sehr schön, keine Astlöcher oder andere Unschönheiten, und sowohl der Lack des Halses (+Griffbretts) als auch der des Korpus’ fühlen sich schön, nicht zu „lackig“ („sticky“) und natürlich an. An einer Stelle haben die Leute von Fender leicht geschlampt, die Halstasche ist auf beiden Seiten einen Tick zu groß, bei einem Instrument dieser Preisklasse geht das auch sauberer. Das beeinflusst jedoch Sound und anderes nicht wirklich, das Problem ist mehr kosmetisch, ich habe mich mit dieser „Lachfalte“ abgefunden!
Dafür sind die Dot-Inlays sehr sauber, ohne Lücken rechts und links und sehr Zentral eingelassen und alle Lötstellen mit höchster Perfektion eingelassen!

Was mich gewundert hat: Im Elektronikfach klebte ein Stück Krebband, auf dem in großen, krakeligen Druckschrift-Lettern der Name „LAZARO“ stand. Wenn jemand so was auch hat oder über die Bedeutung bescheid weiß, bitte melden!

Abgesehen von der doch anständigen Verarbeitung war das Setup recht ordentlich, die Saitenlage war angenehm flach, der Spannstab ordnungsgemäß eingestellt! Nur die Höheneinstellung der Pickups bedurfte einer Anpassung an meine persönlichen Bedürfnisse.
Als ich den Bass noch frisch hatte, schnarrte er an manchen Bünden nach dem Anschlagen kurz im „Abgang“ des Tones, wofür mir bei verschiedenen Musikgeschäften verschiedene Erklärungen gegeben wurde:
A: Das haben alle Bässe
B: Der Hals ist komplett Schrott und muss ausgetauscht werden
C: Das ist weil der Bass noch neu ist, eine lange Reise hinter sich hat und das Holz noch arbeitet. Das gibt sich mit der Zeit.

Es hat sich herausgestellt, dass es sich um eine Mischung aus 5% A und 95% C handelt, inzwischen ist es nämlich fast nicht mehr zu hören!

Optik:

Für mich ist das die Urform, die ich bevorzuge, in einem sehr schönen Mantel verpackt!
Mir gefallen alle Komponenten, wird vielen anders gehen aber ich wollte auch über die Optik ein Wort verlieren, weil diese beim Basskauf oft sehr fundamental ist!
Wenn es dieses Paket auch nur in Kotfarben mit Eiter Pickguard gegeben hätte, ich würde es vermutlich aufgrund von Sound und Haptik dennoch früher oder später benutzen (nach einer kurzen Überwindungsphase vermutlich Very Happy)

Bespielbarkeit:

Ohne jegliches Schnarren lässt sich die Saitenlage auf ca. 2,5 mm zwischen G-Saite und Bundkrone 12. Bund und ca. 2,9 mm zwischen E-Saite und Bundkrone 12. Bund einstellen. Es ginge sicher auch noch niedriger, jedoch ist das mit, vor allem im Bezug auf die rechte Hand, zu niedrig. Die linke Hand kann also über das Griffbrett flitzen. Der Hals ist jetzt nicht Fett, aber breit, im Prinzip für einen Precision Bass sportlich!
Die Bridge lässt sich in 3 Dimensionen verstellen, einmal die Saitenhöhe, die Oktavreinheit und in je 3-4 „Rillen“ pro Saitenreiter das Stringspacing. Ein Hin- und Hergeackle der Saitenreiter ist jedoch aufgrund der Führungsrillen auf der Grundplatte der Brücke nicht möglich. Eine sehr kluge Konstruktion, die meiner Meinung nach nur von der Schaller 3d4 übertroffen wird!
Nun zur rechten Hand: Der Slapkomfort unterscheidet sich bei selber Saitenlage nicht von dem eines Jazz Basses. Dies gilt auch für Double-Thumbing. Auch Tapping ist drin, auch wenn ich diese Technik nicht auszufeilen für wichtig halte. Mehr Probleme hat mir Anfangs die Wechselschlagtechnik am Precision Bass gemacht.
Der Splitcoil ist als Daumenablage für meine Begriffe unkomfortabler als ein Single Coil des Jazz Basses, und man muss sich angewöhnen, an den Polepieces oder Magnetspuhlen der Tonabnehmer „vorbeizuspielen“, da sonst vor allem beim schnellen Spiel der rechten Hand nervige „Knacks“- und „Plop“-Geräusche zustande kommen. Wenn man das jedoch mal in den Griff bekommen hat, ist es kein Problem mehr und auch, wenn ich wieder auf dem Jazz Bass spiele ist die Umstellung für mich nicht mehr spürbar, ich mach das von alleine, habe es verinnerlicht!

Auffällig ist auch, dass sich auch bei wechselnder Jahreszeit das Setup des Basses nur minimal verändert, was auch für den Graphit-verstärkten Hals spricht und auch dessen Funktion war!
Außerdem lässt sich die Pickup-Einstellung sehr gut dem Griffbrettradius anpassen, wodurch alle Saiten ausgewogen in der Lautstärke sind.
Es dauert also etwas, sich an die Bespielbarkeit zu gewöhnen, wenn man nicht eine zusätzliche Daumenablage jenseits des Tonabnehmer anbringen will oder sich eine komplett andere Technik anzugewöhnen bereit ist.


Teil Drei kommt noch diese Woche – Versprochen!

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7 Gedanken zu “Fender American Precision Bass Butterscotch Blonde – Teil 2”

  1. uhuuu diese verspieler im video….

    sind übrigens daddario xl flatwounds und ne alte laney combo 65 Watt

    den kleinen Finger hab ich mir umtrainiert, nachdem ich dieses video gesehen habe^^

    trotzdem danke fürs bearbeiten Tim!

  2. das stück is sone art James Jamerson Medley aus dem Buch Giants of Bass von Stuart Clayton… schick mir doch nochmal ne email, hab weil ich C neu installieren musste keine emails und adressen mehr!

  3. Kleine Finger sind halt doof. Ich hatte das gleiche Problem, mittlerweile geht’s. Ich versuche, links konsequent alle Finger mit einzubeziehen, dann hat man weniger Gelegenheit… Am Klavier hab ich das gleiche Problem mit Rechts. (Bin Linkshänder, spiele aber “normalrum” Bass)

  4. Ah und was ich noch schreiben wollte, unabhängig von irgendwelchen Fingern, ich war gestern in einem Laden in HH, der mal Amptown hieß. Und da fällt mir spontan ein: Es wäre doch mal schön, ein paar Blog-Posts zu den coolsten Bass-Läden unserer Republik zu lesen. Was den genannten angeht: Es ist zwar schön, wenn hunderte Bässe rumhängen, nützt aber nichts, wenn nur ca. 5 Marken vertreten sind (Warwick, Fender, Yamachmal, Ibanez, Sandberg).
    Irgendwann möchte ich nämlich meinen Hausmarke-Bass vom großen T. (allerdings mit Delano Pickups aufgewertet) durch was Schnuckeliges ersetzen – aber ich hab noch keinen Laden gefunden, in dem ich auch ausreichend Schnuckeliges befingern durfte.

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