“How To Play Live” – Gastkommentar von Stefan Müller

Stefan Müller ist mir bekannt aus dem ehemaligen “Musikinstrumente.de-Board”. Als ich erfahren hab, dass er sein erste Werk für Musiker veröffentlicht hat, konnte ich nicht anders und Ihn fix auf einen Gastbeitrag einladen.

Als ausgebildeter Veranstaltungskaufmann konnte er natürlich entsprechend Erfahrungen sammeln, um auch beurteilen zu können was er da in “How to play live” beschreibt. Inzwischen verdingt er sich als Veranstaltungsleiter für Konzert, Kultur- und Firmenveranstaltungen und hat täglich mit Künstlern, Managern, Bookern, Stagehands, Roadies, Gästen und diversen anderen nachtaktiven Seltsamkeiten zu tun.


Da fragt mich der Tim einfach so, ob ich nicht einen Gastbetrag schreiben will. “Wow”, denke ich mir, “ganz schön weltgewandt, kenne ich nur von Amis.” Aber als Musiker muss man ja öfter mal über den großen Teich schielen. Meistens kopfschüttelnd, entweder wegen der unverschämt günstigen Preise der begehrten Musikalia oder mit blutendem Herzen, weil “da gibt es ja noch viel mehr handgemachte Musik in den Charts.” Letzteres stimmt zwar nicht, aber was soll’s, kriegt hier eh keiner mit.

Also, “Gastblog” ist das Wort, und das soll es werden. Gefragt hat Tim mich, obwohl ich eigentlich nur über Unsinn schreiben kann. Mettbrötchen ohne Zwiebeln, beispielsweise, finde ich fast unerreicht unsinnig. Zack! Unsinn erkannt und drüber geschrieben und Ihr ward live dabei. Oder 4x12er Boxen ohne Rollen! Noch viel unsinniger. Erkannt und, ja, ich bekenne, drüber geschrieben. Sogar viel drüber geschrieben, nämlich 128 Seiten lang, verpackt in ein Buch namens “How To Play Live“, welches vor Kurzem erschienen ist.

Ich vermute, dass Tim mich deswegen angesprochen hat.Ich kann mir die unzähligen Fragezeichen richtig vorstellen, die sich über den Köpfen der geneigten Leserschaft sammeln: “128 Seiten über Boxen ohne Rollen?“. Nein, nicht nur, im Bereich “Musik machen” gibt es noch viel mehr unsinniges. “Ja wie jetzt, live spielen macht man indem man … live spielt”.Sehr richtig. Aber wie man dazu kommt, live zu spielen, dass wissen die wenigsten. So Sachen wie Verträge kennen die wenigsten Musiker, die hobbytechnisch unterwegs sind. Das ist dann allerdings keine Entschuldigung, wenn man, ungewaschen und fern der Heimat, auf einmal irgendwas vergessen hat, was dem Veranstalter zugesichert worden ist. Oder die Viermanncombo steht vor dem Club, bringt 2 Gitarrenfullstacks, 2 Ampeg Kindersärge, 1 Doublebassdrumkit, wahnsinnigst viele Effekte und Deko mit und wundern sich, dass der Veranstalter ob der zur Verfügung stehenden Bühnengröße von 4 x 3 Metern den Tränen nahe ist.

Hier hätte ein Techrider oder zu deutsch, eine Bühnenanweisung immens geholfen.Vieles von dem, was einem als Musiker so in Sachen Unsinn begegnet ist hausgemacht. Nicht aus böser Absicht, sondern weil ein Großteil es einfach nicht besser weiß. Und als Musiker hält man ja dicht, man lässt niemanden teilhaben an der eigenen Weisheit (ob eingebildet oder real vorhanden) und steht sehenden Auges dabei, wenn irgendein armer Tropf den gleichen Fehler begeht, den man selber vor einigen Jahren gemacht hat. Und beim anschließend als Trost gemeinten “Tja, scheisse passiert halt” schwingt eine deutliche Portion Schadenfreude mit, die eigentlich nur noch von Erleichterung übertroffen wird, dass man nicht selber der Depp ist. Übrigens auch hier: hausgemachter Unsinn. Unsinn deshalb, weil ein Großteil der Hobbymusiker sich Bühnen mit anderen Hobbymusikern teilt. Man mag also ein kollegiales Verhältnis zueinander vermuten. Und unter Kollegen hilft man sich. So einfach kann es sein.


Mein Dank an Stefan für seinen Betrag zu meinem Blog. Das Buch (habs selber noch nicht gelesen) ist erschienen im Bluemark Verlag:

ISBN-13: 978-3-939618-05-8

Art.Nr.: 9390103

Preis: 12,95€

DIN A5 – 132 Seiten

About these ads

2 Gedanken zu ““How To Play Live” – Gastkommentar von Stefan Müller”

  1. So, ich hab das Buch gelesen…Naja, hätte mehr Tipps erwartet, da mir eigentlich der gesamte Inhalt in der Form bekannt war. Außerdem fand ich es etwas panne, dass in Bezug auf Bewerbungsmappen darauf hingewiesen wird, dass man doch bitte korrekturlesen soll, die 3 Minuten seien doch drin. Dem stimme ich ja zu, aber den Tipp möcht´ ich dann auch dem Autor geben. Ich hab auf fast jeder Seite “Rächtschreipfähla” ausgemacht, teilweise wurden Textpassagen komplett gedoppelt und hinten angehängt…mieses Bild…

    Für Leute, die noch nicht wirklich viel oder gar keine Liveerfahrung haben, kann ich es trotzdem empfehlen – mal abgesehen von den kleinen Macken – stimmt eigentlich alles und man kann sicher einige vernünftige Tipps “adaptieren”² (²: Adaptieren muss ich ja nun nicht mehr erklären, hofe ich[Zitat: Ende])…

    Ich weiß, ich bin beschissen im Zitieren, evtl. sind auch Rechtschreibfehler drin…ich hab aber auch kein Buch verlegt und krieg für diesen Kommentar keine Kohle, die das Korrekturlesen rechtfertigen würde.

    Gruß, Markus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s