Schmeckt nicht, gibt’s nicht! Saiten-Kochen mit Tim C.

Heute haben wir auf dem Menü-Plan:

Variationen von Saiten an lecker Handschweiss!

Je nach Qualität der Saiten verlieren diese nach wenigen Proben (Career) oder mehreren Monaten (Warwick-Black) dann doch irgendwann Ihre Brillanz. Und dass ich damit natürlich nicht den Glanz, sondern den Sound meine ist wohl klar.

Warum verliert die Saite den Sound ?

Im Gegensatz zum verbreiteten Irrglauben, das Metall ist gewöhnlich nicht dran schuld, sondern der Handschweiss und andere Flüssigkeiten verstopfen die Windungen und hindern diese am Schwingen. Darum sind auch Flatwound-Saiten langlebiger in dieser Hinsicht.

Was kann man tun?

Also typische Rettungs-Möglichkeiten hat sich da herauskristallisiert, die Saiten auszukochen, auch wenn das einige immer noch für eine Urban-Legend halten – Es geht wirklich!

  • Saiten abspannen.
  • In Wasser oder Essigwasser aufkochen (Tablette Kukident soll auch gehen)
  • rausnehmen und mit einem fusselfreien Tuch trockentupfen. Auf garkeinen Fall mit einem Frottie-Handtuch oder einem Papiertuch, dann reibt ihr Fussel in die Windungen und genau die wollen wir ja frei bekommen.
  • Und zu guter letzt fix wieder aufspannen, am besten gleich etwas spielen, damit das restliche Wasser rausgetrieben wird. Ein Fön würde auch vermutlich auch gehen.

Eine andere Variante ist das verwenden eines Ultraschall-Reinigers wie es die beim Optiker oder für Schmuck gibt. Das funktioniert zumeist noch besser und zuverlässiger. Preisgünstige Modelle sind bereits für unter 20 Euro zu bekommen, im Vergleich zu einem Satz-Saiten doch schon okay, oder?

Als vorerst letzte Variante funktioniert noch das Einlegen in Spiritus für eine Nacht. Klappt sehr gut, wegen der Fettlösekraft des Waschbenzins, stinkt aber erbärmlich!

Ansonsten ist mir aufgefallen dass es stark auf den Spielstil an kommt:

Der Standart-Pizzikato-Basser -wie ich- kann den Satz Saiten lockern auf 150% Lebensdauer bringen mit Spiritus oder Kochen. – Ich koche mit Essigwasser !

Slapper- runieren die Struktur der Saiten durch das “Poppen”, hinterlassen aber viel weniger Schweiss mit der rechten Hand – da bringt das alles herzlich wenig.

Plektren-Qualer zerstäuben die Plektren und reiben das ganze in die Windungen, da hilft höchstens Ultra-Schall-Reinigung.

Das sind so meine Erfahrungen, und glaub mir bevor man sich einen neuen 6er-Satz kauft probiert man alles!

Euer BassBlogger

P.S.: Versucht das bitte nicht mit BlackNylon Saiten oder gar Darmsaiten vom Kontrabass :)

3 Gedanken zu “Schmeckt nicht, gibt’s nicht! Saiten-Kochen mit Tim C.”

  1. Was auch ganz gut funktioniert:
    Ab in den Geschirrspüler!
    Kein Witz. Einfach locker oben zwischen die Kaffeetassen legen und mitspülen. Es sollten halt keine Saiten mit irgendeiner Baumwollumwicklung am Kopfplattenende sein. Die löst sich nämlich unweigerlich auf und hängt im Endeffekt auf dem Geschirr rum.
    Aber ich gebe zu bedenken:
    Allheilmittel sind das allesamt nicht. Neue Saiten ersetzten geht mit keiner der obengenannten Varianten. Etwas Brillianz nach einem langen Saitenleben nachzulegen geht aber wohl. Öfter als einmal pro Saitensatz würde ich das nicht machen. Irgendwann ist jede Saite mechanisch am Ende. Die Wahrscheinlichkeit von “Saitenreissern” bei Gigs steigt mit der Lebensdauer, egal ob ausgekocht/gespült/eingelegt wird. Wenn mal die Stimmstabilität nachlässt helfen wirklich nur noch neue Saiten.
    Groose vom basscake!

  2. Aber gerade als Backup-Saiten für Auftritt oder Aufnahmen sind die ganz gut zu gebrauchen. Denn man will ja nicht, dass drei Saiten angespielt klingen und eine brilliant.

    Danke für den Tipp mit dem Geschirrspüler, das hatte ich auch schon mal irgendwo gehört, aber wieder vergessen.

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