Helden am Bass I : Ray Brown

Ray BrownIch mal wieder in meiner großen CD-Kiste gewühlt und meinen Bass-CDs rausgekramt, da ist mir die CD “Some Of My Nest Friends Are … The Piano Players” in die Hand gefallen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie dieser alte Herr der Bässe es schafft Jazz-Standards seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Jeder Bassist, der sich schon mal an Coltrane´s Giant Steps probiert hat weiß was ich meine, fast taktweise Changes in einem Tempo fern ab von Gut und Böse. Aber Ray Brown schafft es das ganze in einem lockeren gestrichenem Mood zu spielen. Absolute Spitze! Ich würde hier ja gerne eine Kostprobe bereit stellen, geht aber nicht, aber statt dessen hab ich schönes Video des damals 75jährigen gefunden.

Zu Ray´s Biographie noch ein paar Worte :
Nachdem er bereits mit 8 Jahren angefangen hat Klavier zu spielen wechselte er etwa zur High School-Zeit zum (Kontra-)Bass, weil er das intensive Üben nicht mochte. Das Bassspielen lerne frei nach Gehör und begann schnell, sein Geld damit zu verdienen. Angeblich zu diesem Zeitpunkt fand sein Musiklehrer heraus, daß sein Schüler nicht nur fleissig war, sondern auch seinen Lebensunterhalt mit einem geklauten Schul-Bass verdiente! – Tja, nobody is perfekt…

Da es sich fix einen guten Ruf aufbauen konnte, lernte er späteren Jazzlegenden Dizzy Gillespie, Art Tatum oder Charlie Parker kennen. Zusammen mit dem ersteren gilt er noch heute als maßgebender “Erfinder” des Bebob.

Um seine Solokarriere weiter voran zu treiben zog er 1966 (also gerademal 20jährig) nach L.A. In seiner Heimat Los Angeles genießt Ray Brown die Vorzüge zweier Welten. Wenn er nicht gerade auf Tournee war, oder für Film und Fernsehen schrieb, gab es für ihn nichts besseres als eine erholsame Runde Golf – mit Ausnahme seiner zweiten Frau Cecelia, … seine erste Frau war übrigends die nicht weniger bekannte Ella Fitzgerald.

Außer diversen Grammys gewann er diverse Down Beat Reader’s Poll Awards, All Stars Polls des Playboy und den Jazz Critic’s Poll Awards.

Wenn ich mich nicht ganz verzahlt hab, dann hat Ray Brown zwischen 1946 und 2002 43 Alben veröffentlicht und dass ist nicht ansatzweise ein Liste aller Alben auf den er mitgewirkt hat.

Ray Brown starb im Alter von 75 Jahren während einer US-Tournee kurz vor seinem Auftritt. Aber bis zum Schluss war immer darum bestrebt mit jungen und aufstrebenden Musiker auf oder hinter der Bühne zu sein.

About these ads

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s